Advent, Advent… die Geschichte vom Adventskalender

Vor vier Jahren im November habe ich überlegt, was ich meiner Nachbarin zu Weihnachten schenken könnte. Sie war damals 90 Jahre, fit wie ein Turnschuh, wohnt unter uns und versorgt sich mit allem selbst. Immer wieder hat sie meine Pakete angenommen oder meine Miezen gefüttert oder uns in anderen Dingen unterstützt. Ein großes Dankeschön musste her!

Da kam mir die Idee, ihr einen Adventskalender zu schenken. Ich machte mir eine Liste mit 24 Geschenkideen. Ich erinnere nicht mehr alle, aber es war eine Handcreme dabei, selbst gebackene Plätzchen, eine CD, ein Nagelpflegestift, ein kleines Parfum, ein Einkaufsbeutel, Süßigkeiten und und und… Alles wurde in weißem weihnachtlichen Papier mit Schleifen und Zahlen von 1-24 verpackt und in eine schöne mit dem gleichen Papier bezogene Kiste drapiert. Am 30. November bat ich sie zum Nachmittagskaffee zu mir. Irgendwann führte ich das Gespräch Richtung Adventskalender und fragte sie, wann sie das letzte Mal einen Adventskalender bekommen hat. Sie schaute mich mit großen Augen an und sagte, sie hätte noch nie einen bekommen. Sie war eins von 6 Kindern, es waren Kriegszeiten und da war an so etwas gar nicht zu denken und auch später hat es sich nie ergeben. Als sie dann aufbrach, überreichte ich ihr ihren Adventskalender. Sie konnte es gar nicht glauben und war zu Tränen gerührt … ich übrigens auch…

Wie etwas ausserordentlich Wertvolles trug sie den Kalender in ihre Wohnung. Ein paar Tage später traf ich sie im Treppenhaus und sie sagte zu mir, daß sie eine unbändige Freude daran hätte und jeden Morgen schon früher aufstand und noch im Nachthemd (und grundsätzlich ist sie jeden Morgen ab spätestens 8 Uhr picobello zurecht gemacht) das Päckchen für den Tag raussuchte.

Das hat auch mir eine solche Freude bereitet, daß ich im darauffolgenden Jahr meinen drei Lieblingsmüttern (meiner Mama, meiner Schwiegermama und meiner Schwägerin) einen Adventskalender geschenkt habe. Auch bei ihnen flossen ein paar Freudentränen. Über die 24 Tage im Dezember, an denen meine Mama ihre Päckchen ausgepackt hat, habe ich dann mitbekommen, daß mein Papa wohl traurig war, daß er leer ausgegangen war. So war er im Folgejahr zusammen mit Ihmsen, dem Hauskater dran. Ich dachte immer, daß es für Männer schwieriger ist, Kleinigkeiten zu finden, aber das hat auch hier super geklappt und mein Vater hat voller Freude jeden Tag seine Päckchen ausgepackt.

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was ihr einem lieben Menschen mit so einer Überraschung für eine unfassbare Freude bereiten könnt.

Im letzten Jahr habe ich mich dann mal umgesehen, wie Adventskalender noch so aussehen könnten. Päckchen in einer Kiste oder Säckchen an einer Leine kannte ich ja schon. Und dann habe ich Schere, Farbkarton und Designerpapier glühen lassen und literweise Kleber verarbeitet. Die Grundideen zu den verschiedenen Kalendern habe ich von Nadja von Stempel-Hoffnung, Petra von Stempel Dich bunt und Adina von Binibooks. Verwendet habe ich die wunderbaren Designpapiere und den Farbkarton von StampinUp!, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und auch immer wieder Glanzeffekte haben, was zur Weihnachtszeit besonders schön ist. Ausserdem Digitalpapier, das ich entsprechend ausgedruckt habe. Am Ende wurden dann auch alle Schubladen mit ihrer kleinen Zahl versehen Das Ergebnis seht ihr unten in der Galerie.

Was mir besonders gefällt ist, daß die Schubladen nicht riesengroß sind und trotzdem passen wunderbare Dinge rein. So kommt man mal wieder zurück auf 24 Mal liebevolle Kleinigkeiten. Und wenn das Geschenk doch größer als die Schublade ist, gestalte ich einen kleinen Gutschein.

Diese Schätzchen sind im Freundeskreis richtig gut angekommen, so daß ich gar nicht alle Bestellwünsche erfüllen konnte. Somit wurde die Liste mit Vorbestellungen für 2021 bereits eröffnet.

Wenn ihr also selbst keine Zeit oder Motivation habt, eigene Adventskalender fertig zu stellen, kommt gerne auf mich zu. Zu jedem Kalender gibt es eine Liste mit Ideen für die Befüllung.

Ich freue mich schon wieder auf Weihnachten